Ein teures Abstell- und Technikhaus

Meine ewige Geschichte (4): Als alle sachliche Kritik widerlegt wurde hieß es, das Haus „schädige das Ortsbild“.

Ein teures Abstell- und Technikhaus

Die Behörde verlangte von mir, für ein Abstellhaus aufwendige und kostspielige Nachbesserungen zu machen, um Wärmedämmwerte eines Wohnhauses zu erreichen. Hätte mir jemand gesagt, dass es ausreichen würde, in der Einreichung nur das Wort „wohn“ bei Kleingartenwohnhaus zu streichen, hätte ich mir all dies ersparen können.

In einem Kleingarten benötigt man auch ein Abstellhaus. Also reichte unser damaliger Planer ein Kleingartenwohnhaus mit 25m2 ein, was eigentlich nicht stimmte, da zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt war, in diesem Objekt auch zu wohnen. Es sollte eine simples Lager sein. Dies war auch der Behörde bekannt. Als das Objekt schließlich errichtet war (einfachste Konstruktion mit Glaswänden und Rolltor), hat die Behörde extrem penibel im BAUVERFAHREN ZUM ABSTELLHAUS und bei ihren zahlreichen Besichtigungen darauf hingewiesen, dass die Wärmedämmwerte, die für ein Kleingartenwohnhaus notwendig sind, nicht eingehalten wurden. Dies führte letztendlich dazu, dass das Objekt baulich aufwendig nachgebessert wurde, sodass die Wände und das Tor den erforderlichen Vorschriften entsprachen.

Hätte mich die Behörde informiert, dass am Einreichplan lediglich das Wort „wohn“ bei Kleingartenwohnhaus zu streichen sei, hätte ich mir all das (und viel Geld) erspart, da bei einer Einreichung für ein Kleingartenhaus diese Werte nicht eingehalten werden müssen. Nur: niemand informierte mich. Eine in der Folge eingebrachte Beschwerde, weil die Behörde zu solchen Aufklärungen verpflichtet ist („fehlende Manuduktion“), blieb selbstverständlich ergebnislos. Ich habe im Nachhinein die gleiche Einreichung als Kleingartenhaus (ohne „wohn“) gemacht, weil ich sehen wollte, ob es tatsächlich so einfach gewesen wäre. Ich bekam prompt die Bewilligung! Ein klarer Beweis, dass das Streichen eines einzigen Wortes in der Einreichung aufwendige und teure Baumaßnahmen verhindert hätte – wäre ich von der Behörde nur korrekt informiert worden, wozu sie verpflichtet gewesen wäre.

Doch nach einem über ein Jahrzehnt dauernden rechtlichen Kampf mit der Stadt Wien erschüttert oder verwundert mich gar nichts mehr.

Als kein Argument mehr übrig blieb, hieß es: Schädigung des Ortsbildes.

Im BAUVERFAHREN ZUM TECHNIKHAUS erfolgten ebenso zahlreiche Einreichungen, die allesamt aus unterschiedlichsten Gründen abgelehnt wurden. Durch zahlreiche Auskunftsverlangen und auch Einzelentscheidungen in diversen Bescheiden gelang es aber gegen größten Widerstand der Behörden, alle sachlichen Einwendungen zu beseitigen.

Als schließlich keine sachlichen Einwendungen mehr übrig blieben, beurteilte die Behörde das Gebäude allen Ernstes als „Schädigung für das Ortsbild“. Das muss man sich einmal vorstellen: eine Behörde versucht mit allen Mitteln, einen Bau zu torpedieren, und als nichts mehr blieb, was man noch einwenden könnte, argumentiert sie einfach, es schädige das Ortsbild. Das Unglaubliche dabei ist: Das Gebäude ist von außen überhaupt nicht einsehbar! Man kann gar kein „Ortsbild schädigen“, weil das Haus niemand außerhalb des Grundstücks sehen kann. Dazu befindet es sich zu zwei Drittel unter der Erde. Der herausragende Teil ist durchgehend mit Efeu bewachsen. Das war selbst dem Verwaltungsgerichtshof zu viel, und es gelang hier nach langwierigen Verfahren einen baulichen Konsens herzustellen. 

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