Weil ich Natur schützen wollte, werde ich verfolgt

Meine ewige Geschichte (2): Eine neue Führung bei der MA37 – und die Probleme begannen.

Weil ich Natur schützen wollte, werde ich verfolgt

An jenem Grundstücksteil, wo mein Mann und ich den Hauseingang planten, standen Bäume, deren Baumkronen jene des benachbarten Waldes berührten. Das gilt als Wald. Weil wir diesen schützen wollten, bauten wir um zwei Meter weiter südlich. Eine moralisch richtige Entscheidung, denn der Schutz von Natur und Umwelt sollte über allem stehen – doch juristisch der Anfang allen Übels.

Nach Einreichung um diese GENEHMIGUNG, aber noch vor der Erteilung der Bewilligung, gab es eine Bauverhandlung wegen der Baustellenzufahrt, an der zahlreiche Magistratsabteilungen beteiligt waren. Dabei wurde mir mitgeteilt, dass Bäume im Norden meines Grundstücks mit den Baumkronen des angrenzenden Waldes zusammenstoßen, und daher dieser Teil des Grundstücks auch als „Wald“ zu klassifizieren sei. Das Problem dabei: Auf genau diesem Grundstücksteil hatten mein Mann und ich den Eingang des Hauses geplant. Da es ein Verbot der Beschädigung von Waldboden gibt, und wir dem entsprechen wollten, errichteten wir die beiden Häuser zwei Meter weiter südlich. Der Schutz von Natur und Umwelt liegt uns besonders am Herzen, das merkt auch jeder, der unseren Garten betritt, ein grünes Paradies voller Pflanzen und Blumen. Daher war es für uns eine moralisch klare Entscheidung – juristisch jedoch war es der Anfang allen Übels.

Unser damaliger Planer, den wir dazu befragten, teilte uns mit, dass eine neue Bewilligung (die wir mit Sicherheit erhalten hätten) nicht notwendig sei, da es im Kleingarten keine Baufluchtlinien gäbe und die Errichtung der Häuser zwei Meter weiter südlich am Ende mit einem Auswechslungsplan richtiggestellt und genehmigt werden kann. Ich vertraute einem Experten, der über 300 Kleingartenhäuser erfolgreich für seine Kunden plante. Doch seine Auskunft war falsch, was ich damals weder wissen noch erkennen konnte.

So errichteten wir die beiden Häuser – und ein über ein Jahrzehnt dauernder Kampf mit Politik und Behörden sollte beginnen.

Eine neue Führung bei der MA37 – und nichts als Probleme.

Als der Rohbau stand, kam es zu einem Führungswechsel in der MA37 für den 18. Wiener Gemeindebezirk. Die neue Leiterin hieß DI Karin Gessner.

Die beiden Grundstücke wurden 2002 geteilt, um auf den westlichen Grundstück ein ca. 25m2 großes Abstellhaus und auf dem östlichen Grundstück ein Objekt mit ca. 50m2 Grundfläche zu errichten, in dem die Erdwärmeheizung, Klima und Lüftung untergebracht wurden. Diese Teilung erfolgte – obwohl alles rechtmäßig war – gegen heftigsten Widerstand von DI Gessner und ihrer Behörde. Mit einem Mal wurde ein Baustopp verhängt und mir mitgeteilt, dass ein Auswechslungsplan, wie dies mein Planer empfohlen hatte, nicht möglich sei.

Auf schriftliche Anfragen, die mein Mann und ich stellten, wurden uns keine Auskünfte erteilt, Protokolle nicht geschickt, Erlässe zu unseren Gunsten, die heute noch rechtliche Gültigkeit haben, ignoriert, nicht befolgt und ins Gegenteil umgekehrt.

Für mich brache eine Welt zusammen, als ich den ersten Abbruchbescheid erhielt.

Was folgte waren Abbruchbescheide für meine beiden Häuser und zahlreiche VOLLSTRECKUNGSVERFAHREN. Für mich brach eine Welt zusammen. Wie kann es das in einer zivilisierten Stadt wie Wien geben? Zwei Häuser, nicht zu groß und nicht zu hoch gebaut, die rein zum Schutz eines Waldes um lächerliche zwei Meter versetzt gebaut wurden, sollten nun deshalb abgerissen werden. Was sollte ich tun? Kampflos aufgeben und zusehen, wie man mir den hart erarbeiteten Traum meines Lebens wegnahm? Oder juristisch den Kampf aufnehmen und um mein Recht kämpfen? Ich entschied mich für Letzteres. 

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