„Ich danke den vielen KleingärtnerInnen für ihre Unterstützung“

Gerlinde Hrabik im Interview:

„Ich danke den vielen KleingärtnerInnen für ihre Unterstützung“

„Seit mein Fall publik wurde erfuhr ich Solidarität von vielen KleingartenbesitzerInnen. Danke für Ihr Vertrauen, ich werde weiter kämpfen – für uns alle.“

Gerlinde Hrabik auf der Terrasse vor ihren in gekuppelter Bauweise errichteten Häusern.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, einen Gesetzestext zu überprüfen?

Ich habe den § 15, Absatz (1), ebenso wie mein Mann Friedrich Lind so oft gelesen und irgendwie passt dieser Satz nicht dazu. Gerade dieser Satz ist aber die Begründung für die Abbruchbescheide und verhindert seit Jahren jeden Konsens. Der Begriff „Höhenlage“ ist nirgends, nicht einmal in der Bauordnung, definiert. Der Begriff „möglichst“ ist ein dehnbarer Begriff, der alles ermöglichen kann oder auch nicht.

Warum tun Sie sich diesen Kampf an?

Mir geht es um Gerechtigkeit, nicht um Genugtuung. Mein Mann und ich kämpfen seit vielen Jahren gegen den unberechtigten Abriss unserer Häuser, gingen durch Dutzende Verfahren und Instanzen, mussten ein Vermögen für Anwälte, Gutachter und Experten ausgeben und das alles nur, weil ein Gesetz niemals so beschlossen worden ist, wie die Behörden der Stadt Wien es gegen besseren Wissens behaupten. Warum Vertreter der Stadt Wien nachweislich falsche und wahrheitswidrige Informationen gegenüber den Höchstgerichten abgaben, nur damit sich am Ende irgendjemand freuen kann, dass unsere Häuser abgerissen werden, wird nun die Staatsanwaltschaft klären müssen. Ich habe mein ganzes Leben lang hart gearbeitet, eine eigene Immobilienfirma und andere Unternehmen aufgebaut und geleitet – und sollte trotzdem zum Sündenbock gemacht werden.

Was sagen Ihre Nachbarn zu alldem?

Ich hatte von Anfang an die Solidarität vieler KleingartenbesitzerInnen, die alle diesen unglaublichen Willkürakt der Politik und der Behörden nicht verstehen und mich in meinem Kampf unterstützt haben. Es gab und gibt auch bis heute keinerlei Einsprüche der Anrainer gegen unsere Häuser. Für die Unterstützung und Solidarität danke ich allen. 

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